Schritt 5:

Feineinstelung des Großsegeldrucks mit den oberen Einstellungen

Der abschließende Schritt des Großsegeltrimms ist die kontinuierliche Beurteilung des Segeldrucks. Der Großsegeltrimmer muss den Krängungswinkel, die Geschwindigkeit und die Am-Wind-Eigenschaften des Schiffes und wie das Großsegel alle diese Faktoren beeinflusst im Auge behalten.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie das zu bewerkstelligen ist, stellen Sie sich vor, dass Sie bei mittelstarkem Wind auf Am-Wind-Kurs segeln und das Groß so eingestellt ist, dass es die größte Leistung erzielt. Allmählich nimmt der Wind zu. Früher oder später wird es notwendig sein, Druck aus dem Großsegel zu nehmen, zunächst durch ein flacheres Profil mit Hilfe der Mastneigung und der Spannung im Fuß des Segels, später durch Lösen des Travellers in den Böen, und schließlich durch das Reffen des Großsegels. Wie schnell sollten Sie Druck aus dem Großsegel nehmen?

Der offensichtlichste Hinweis auf zu viel Druck im Segel ist der Krängungswinkel. Das können alle Crewmitglieder spüren. Der Krängungswinkel ist allerdings nicht unbedingt der beste Richtwert. Die Bootsgeschwindigkeit und die Luvgierigkeit sind tatsächlich genauere und sensiblere Indikatoren.

Wenn Sie das Gefühl haben, zu viel Segeldruck zu haben, verwenden Sie zum Messen des Großsegeldrucks den folgenden Geschwindigkeits-Test. Fieren Sie den Traveller, bis der Großteil des Segels flattert, und beobachten Sie die Knotenangabe mindestes eine Minute lang.Steigt Ihre Geschwindigkeit, ohne dass Sie dabei wesentlich an Höhe verlieren, ist der Segeldruck zu groß. 

Reduzieren Sie den Segeldruck, indem Sie das Profil des Großsegels flach ziehen. Ist das Groß schon so flach wie möglich (ohne Gegenbauch), reffen Sie es oder wechseln Sie das Vorsegel. Überprüfen Sie wieder die Knotenangabe, ob Sie danach auch schneller sind als zuvor. Eine andere Methode, den Segeldruck zu überprüfen, ist das Messen des Ruderanstellwinkels, wenn das Schiff auf einer geraden Linie gehalten wird. Wir haben bereits erwähnt, dass das Ziel des Großsegeltrimms ist, eine Luvgierigkeit von 3 bis 5 Grad zu erreichen. Ist das Schiff luvgieriger, ist der Segeldruck zu groß. 

Nehmen Sie Druck aus dem Groß, indem Sie den Mast krümmen, das Achterliek öffnen, die Schot fieren, den Traveller lösen und wenn nötig reffen. Diese Einstellungen verändern lediglich den absoluten Druck, der vom Großsegel ausgeht. Da der meiste Druck des Großsegels seitwärts ausgerichtet ist, hat die Reduzierung des Segeldrucks Auswirkungen auf die Luvgierigkeit. Die Luvgierigkeit ist in den angemessenen Bereich zu bringen.

© North Sails

Großsegel Profil

Verbinden Sie die Enden der Wölbungsstreifen mit Leinen, um die Tiefe und Position der Wölbung in Ihrem Großsegel zu messen. Messen Sie dann das Profil wie in den „Basiseinstellungen“ beschrieben. Der Twist ergibt sich aus den unterschiedlichen Winkeln zwischen den Linien.

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